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Lotto-Totostrategen.de » Lotto » Warnung vor neuer "Soziallotterie" freiheit+ von Tipp24 » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Achtung Warnung vor neuer "Soziallotterie" freiheit+ von Tipp24 Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Nachdem im Oktober 2019 Tipp24 seinen Geschäftssitz von Großbritannien (London) wieder nach Deutschland (Hamburg) verlegt hat, werden alle Lotterietipps wieder an den Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) weitergeleitet. Man nimmt also ab sofort wieder an der echten Lotterie teil, wenn man seine Tipps bei Tipp24 abgibt. Da Tipp24 aber nun keine Zweitlotterien mehr veranstaltet, ist es ihnen jetzt auch nicht mehr möglich ihre Kunden durch Wetten auf die amerikanischen Lotterien MegaMillions und PowerBall auszunehmen. Denn bei diesen Lotterien lag die durchschnittliche Ausschüttungsquote (Ø AQ) an den Spieler (also die Gewinnausschüttung) zum Preis von 3,50 Euro pro Tipp nämlich bei unter 15 % (einen Beitrag zu diesen beiden US-Lotterien habe ich übrigens in diesem Forum bereits hier veröffentlicht). Da für Tipp24 nun offenbar die Einnahmen trotz der bereits unverschämt hohen Bearbeitungsgebühren von mindestens 0,70 Euro pro Spielschein bei den Standardlotterien LOTTO 6aus49, EuroJackpot, GlücksSpirale und KENO noch nicht hoch genug sind und sie auch keine Wucherpreise mehr für Wetten auf MegaMillions und PowerBall anbieten können (um weiterhin als "legaler" Glücksspielanbieter in Deutschland eingestuft zu werden), haben sie nun als Vermittler der neuen Lotterie freiheit+ (www.freiheitplus.de) seit dem 06.04.2020 eine neue super lukrative Einnahmequelle gefunden.

Zunächst einmal sollte man als Spieler wissen, dass sich auch bei dieser Lotterie die Ø AQ, ausgehend vom gesamten Spieleinsatz von 2,50 Euro pro Tipp, mit 20,7 % (ohne Berücksichtigung von Inflation, denn würde man den Barwert als Gewinn in der ersten Gewinnklasse ansetzten, wäre die Ø AQ sogar noch geringer) auf einem ähnlich skandalös niedrigem Niveau befindet, wie bei den damals angebotenen Wetten auf die beiden US-Lotterien. Allein schon deshalb ist die Lotterie freiheit+ daher wieder mal reine Abzocke der Spieler und sollte somit eigentlich in "frechheit+" umbenannt werden. Denn beim deutschen LOTTO 6aus49, EuroJackpot und KENO liegt die Ø AQ ohne Berücksichtigung der Bearbeitungsgebühr bei ca. 50 %. Das heißt um einen für Lotterien halbwegs angemessenen Wert von etwa 50 % zu erreichen, müssten die Gewinne in allen Gewinnklassen von freiheit+ zweieinhalb Mal so hoch sein.

Richtig dreist finde ich auch, dass man diese Lotterie sogar noch als Soziallotterie bezeichnet. Dabei werden vom gesamten Tipppreis gerade einmal 50 Cent (also nur 20 %) für gute Zwecke verwendet. Bei der Lotterie LOTTO 6aus49, die sich selbst nicht einmal als Soziallotterie einstuft, liegt der Anteil der Spieleinnahmen für gute Zwecke mit ca. 23 % sogar noch höher. Beim LOTTO 6aus49 werden somit ca. 73 % der Spieleinsätze für die Gewinnausschüttung und für gute Zwecke verwendet (siehe hier), während bei der "Soziallotterie" freiheit+ hierfür im Ø nur bescheidene 40,7 % der Spieleinnahmen aufgebracht werden müssen und die übrigen 59,3 % in anderen Taschen versickern.

Auch bei der GlücksSpirale liegt dieser Wert mit ca. 67 % (Ø 40 % für die Gewinnausschüttung und 27 % für gute Zwecke) deutlich höher als bei freiheit+ (siehe hier - Seite 5). Da sowohl die Zusatzlotterie Spiel 77, das halbe Los der GlücksSpirale und die "Soziallotterie" freiheit+ jeweils 2,50 Euro pro Tipp kosten, bietet sich daher der perfekte Vergleich dieser Lotterien an. Nachfolgend habe ich deshalb mal die Gewinntabellen dieser drei Lotterien mit Gewinnwahrscheinlichkeit und Ø AQ in den einzelnen Gewinnklassen veröffentlicht, an denen man sehr gut erkennen kann wie schlecht die Lotterie freiheit+ in Wirklichkeit abschneidet:



Am deutlichsten ins Auge stechen sollte bei diesem Vergleich, dass man (trotz des gleichen Spieleinsatzes und nahezu identischer Gewinnchancen) bei freiheit+ mit nur einem Euro in der untersten Gewinnklasse abgespeist wird (nur 40 % des Tipppreises), während man dagegen beim Spiel 77 oder der GlücksSpirale 5 Euro gewinnt (also sogar den doppelten Tipppreis). Über 98 % aller abgegebenen Tipps bei der Lotterie freiheit+ gewinnen daher entweder gar nichts oder erzielen einen negativen Gewinn, der 1,50 Euro geringer ausfällt als man für einen Tipp bezahlen musste. Die Wahrscheinlichkeit einen tatsächlichen Gewinn zu erzielen, der mindestens doppelt so hoch wie der Tipppreis ist, liegt bei der GlücksSpirale immerhin bei 1:9,1. Bei freiheit+ beträgt dagegen die Gewinnchance auf mindestens den doppelten Tipppreis nur 1:54,8 und ist damit mehr als sechs Mal so schlecht wie bei der GlücksSpirale.

Was soll also an dieser Lotterie bitte noch "sozial" sein? Allein schon die Tatsache, dass von den Spieleinnahmen deutlich mehr Geld abgezweigt wird, als man insgesamt für gute Zwecke und die Ø Gewinnauszahlungen zur Verfügung stellen muss, sollte schon ausreichen, um die Frage ehrlich für sich selbst beantworten zu können. Aber es kommt noch besser. Gemäß den Lotteriebestimmungen von freiheit+ (siehe hier) gehen vom Spieleinsatz von 2,50 Euro pro Tipp schon unglaubliche 0,82 Euro nur für die so genannte Servicegebühr flöten. Das sind unfassbare 32,8 % des gesamten Tipppreises, die sich allein die Betreiber von Tipp24 in die eigenen Taschen schieben. Zur Erinnerung: Für die gesamte Gewinnausschüttung an den Spieler müssen im Ø nur 20,7 % des Tipppreises aufgebracht werden, was nur 0,52 Euro entspricht. Damit sackt Tipp24 für jeden abgegebenen Tipp auf ihrer Website einen rund 30 Cent höheren Provisionsgewinn ein, als der Lotterieveranstalter im Ø pro Tipp für die Gewinnausschüttung der Spieler bereitstellen muss. Da muss man sich dann langsam schon wirklich mal fragen, ob die Begründer der Lotterie freiheit+ noch alle Latten am Zaun haben. Auf deren Website schwärmt man in den höchsten Tönen davon, welch tolle soziale Bildungsprojekte der Spieler mit seiner Teilnahme an dieser Lotterie unterstützt, da immerhin 50 Cent pro Tipp hierfür verwendet werden. Dass der Spieler aber 82 Cent pro abgegebenen Tipp (also über 60 % mehr) allein für die Provision an Tipp24 bezahlt, und das einzig und allein dafür, dass Tipp24 als Lotterievermittler die Lotterie freiheit+ auf ihrer Website zum Spielen anbietet, scheint ohne Bedeutung zu sein und wird von den Heuchlern natürlich verschwiegen bzw. nur im Kleingedruckten in den Lotteriebestimmungen erwähnt. Dabei könnte man ohne diese Vermittlungsprovisionen mehr als zweieinhalb Mal so viel Geld für die beworbenen Bildungsprojekte bereitstellen oder für die Spieler die Gewinne in allen Gewinnklassen auf das Zweieinhalbfache erhöhen.

Solche Lotterien mit einer derart niedrigen Ø AQ wie freiheit+ müsste man in Deutschland zum Schutz des Spielers eigentlich verbieten, insbesondere dann, wenn diese unverschämterweise noch nicht einmal in den AGB transparent angegeben wird (also ausgehend vom gesamten vom Spieler zu zahlenden Tipppreis). Denn viele Spieler sind bei den Lotterien auch gar nicht in der Lage, sich die Gewinnausschüttung selber auszurechnen, da ihnen hierzu einfach die nötigen Mathekenntnisse fehlen dürften. Am 16.04.2020 bekam ich von Lottoland einen Newsletter zugeschickt, in dem Lottoland die Frechheit besaß mit einem Bild unterschwellig sogar tatsächlich anzudeuten, dass die Lottospieler zu blöd zum Rechnen wären. Wer selber den Newsletter von Lottoland bezieht, kann sich daher vielleicht noch an dieses Bild erinnern:



Da fehlen einem doch die Worte! Aber gerade die Chefs von Lottoland, die mit Sicherheit gut in Mathe sind und somit wohl kaum in Versuchung geraten ihre eigenen Wucherpreis-Lotterien zu spielen, müssen es ja schließlich wissen. Vermutlich scheint dies daher auf die meisten Lottospieler auch tatsächlich zuzutreffen. Denn andernfalls wäre es kaum möglich, dass Lottoland sogar neun Lotterien im Angebot hat, bei denen die Ø AQ an den Spieler sogar noch bei unter 20 % liegt (auch über die unverschämten Lotterien von Lottoland habe ich bereits einen Beitrag in diesem Forum geschrieben, den ihr hier nachlesen könnt). Nach außen hin geben sich die Mitarbeiter von Lottoland natürlich freundlich und halten die Lottospieler für intelligente Menschen in der Mitte der Gesellschaft - als wäre es das normalste der Welt sein Geld für Lotterieprodukte von Lottoland zu verschwenden. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die sich über jeden Lottospieler der bei ihnen Lotterietipps abgibt, insbesondere bei den Lotterien mit einer Ø AQ von unter 20 % und bei besonders hohen Spieleinsätzen, in Wirklichkeit ins Fäustchen lachen. Offenbar scheint nun etwas von deren Übermaß an Arroganz auf diesen Newsletter übergeschwappt zu sein, aber bei einem Umsatz von über 300 Millionen Euro pro Jahr können die es sich auch durchaus leisten, sich zumindest etwas über die Lottospieler lustig zu machen.

Bei nahezu allen Lebensmitteln, die man im Supermarkt kauft, muss bei der Preisangabe zum genaueren Vergleich auch der Preis je 100 g oder je kg aufgedruckt sein. Eine ähnliche Überschaubarkeit fehlt bei den Lotterien jedoch vollständig. Diese sollte man daher auch bei den Lotterien einführen, indem man es zur Pflicht macht (ähnlich wie durch die Schockbilder und Texte auf den Zigarettenschachteln), dass auf jedem Lotterieschein, den man am Kiosk kauft oder im Internet abgibt, groß und fett stehen muss: „Bei dieser Lotterie werden Ø XX % der Spieleinnahmen wieder als Gewinne an die Spieler ausgezahlt.“ Man könnte dann noch in einem zweiten Satz hinzufügen, wie hoch der Anteil der Spieleinnahmen ist, der für gute Zwecke verwendet wird. Dadurch könnten die Spieler dann die schlechtesten Lotterien sehr leicht erkennen und somit möglicherweise vom Spielen dieser Lotterien abgehalten werden.

Aber leider verdienen sich vermutlich einfach zu viele Leute an den Verlusten der Lottospieler eine goldene Nase, so dass sich an der Transparenz der Lotterien wohl niemals etwas ändern wird. Dadurch können sich die Anbieter so ziemlich alles erlauben und es sieht so aus, als ob dies keine Sau interessiert. Anscheinend gibt es keinen, der sich ernsthaft um den Spielerschutz kümmert und sich für die Belange der Spieler einsetzt. Denn niemand prüft bei den Lotterien nach, ob das Lotterieangebot noch verhältnismäßig ist oder ob man als Spieler einfach nur abgezockt wird. Das ist daher auch einer der Hauptgründe weshalb ich mich in diesem Forum angemeldet habe, um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, indem ich die Lotterieangebote, gemessen an der Ø AQ, miteinander vergleiche. Ich hoffe daher, dass ich mit diesem Beitrag dazu beitragen konnte, dass sich möglichst viele Spieler ein genaueres Bild von der Lotterie freiheit+ verschaffen konnten und sich daher in Zukunft nicht mehr bzw. auch weiterhin nicht an dieser extrem verlustreichen und scheinheiligen Lotterie beteiligen. Wer dennoch daran teilnehmen möchte, muss sich zumindest darüber im Klaren sein, dass von den 2,50 Euro pro Tipp im Ø nur 0,52 Euro in den "Gewinntopf" wandern, aus dem dann die Lotteriegewinner bedient werden, während man gleichzeitig 0,82 Euro an Tipp24 bezahlt, nur als Dank dafür, dass man auf deren Website überhaupt einen Tipp für die Lotterie freiheit+ abgeben darf!

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Lottoexperte am 20 Jul, 2020 22:43 08.

18 Jul, 2020 01:13 41 Lottoexperte ist offline Email an Lottoexperte senden Homepage von Lottoexperte Beiträge von Lottoexperte suchen Nehmen Sie Lottoexperte in Ihre Freundesliste auf
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Abzocke "Soziallotterie" freiheit+ Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Hallo Lottoexperte, wink


herzlichen Dank für diesen erhellenden Bericht über die neue Abzock-Lotterie

    "Soziallotterie" freiheit+
Man weiß garnicht, über was man sich mehr ärgern muß,

- über das Abgreifen von unverschämten Servicegebühren durch Lotto24.de, oder

- über die Dummheit der Genehmigungsbehörden (Ministerium für Inneres und Sport Rheinland-Pfalz)


Wie hoch sich die "Verwaltungsgebühren" der Stiftung selbst von den eingegangenen Geldern beläuft,

habe ich dort auch nicht finden können.

Vermutlich stopfen die sich dort auch noch mal die Taschen voll.


Mit besten Grüßen

Peter K.

@ Adm : Bitte als Wichtig vorne anpinnen !

.

18 Jul, 2020 10:44 14 Peter K. ist offline Email an Peter K. senden Beiträge von Peter K. suchen Nehmen Sie Peter K. in Ihre Freundesliste auf
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Aufteilung der Spieleinnahmen Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Vielen Dank für das Feedback. Die Verwaltungsgebühren müssten eigentlich das ausmachen, was für die Veranstalter am Ende noch übrig bleibt. Zieht man somit vom Tipppreis von 2,50 Euro, die 82 Cent Provisionen an Tipp24 (bzw. Lotto24 AG), die 51,7 Cent für die Ø Gewinnausschüttung und die 50 Cent für die Bildungsprojekte ab, bleiben noch 66,3 Cent übrig. Davon müssen aber noch 41,7 Cent (16,67 % vom Tipppreis) an Lotteriesteuern bezahlt werden. Diese zahlt übrigens gemäß § 19 (1) RennwLottG nur der Veranstalter der Lotterie (BildungsChancen gGmbH). Der Durchführer der Lotterie (Tipp24) muss daher von seinen horrenden Vermittlungsprovisionen nicht einmal Lotteriesteuern bezahlen. Damit bleiben den Veranstaltern der Lotterie noch 24,6 Cent übrig, was 9,8 % des Tipppreises entspricht. Nachfolgend noch ein kleine Übersicht der Aufteilung der Spieleinnahmen von freiheit+ im Vergleich zur GlücksSpirale und zu LOTTO 6aus49. Dabei bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass bei der GlücksSpirale der Provisionsanteil genauso hoch wie bei LOTTO 6aus49 ist. Die Angaben in dieser Übersicht erfolgen daher ohne Gewähr und sollen auch nur einen groben Vergleich liefern:

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Lottoexperte am 20 Jul, 2020 23:32 34.

19 Jul, 2020 02:03 14 Lottoexperte ist offline Email an Lottoexperte senden Homepage von Lottoexperte Beiträge von Lottoexperte suchen Nehmen Sie Lottoexperte in Ihre Freundesliste auf
 
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